Anti-Gewalt-Training für Mädchen

Das Anti-Gewalt-Training für Mädchen und junge Frauen von 13 bis 18 Jahren wurde im Jahr 2004 aufgrund eines aktuellen Bedarfs konzipiert. Das Gruppentraining bezieht sich auf das Freiburger Anti-Gewalt-Training (Prof. Dr. Fröhlich-Gildhoff)  und auf das Anti-Aggressivitätstraining (Prof. Dr. Weidner) sowie auf Erkenntnisse und Methoden aus der Traumapädagogik, aus der systemischen Beratung und bezieht geschlechterrelevante Themen mit ein. Das Training setzt an den Bedürfnissen, Ressourcen, Stärken sowie an dem individuellen Gewaltverhalten der Teilnehmerin an. Vorrangige Ziele des Trainings sind die Verbesserung der Affektkontrolle und die Vermittlung gewaltfreier Konfliktlösungsstrategien.  

Zielgruppe

Mädchen und junge Frauen die aufgrund ihrer Gewaltbereitschaft, Gewalttätigkeit und Mobbingverhaltens auffällig und delinquent sind.  

Ziele des Trainings

  • Auseinandersetzung mit dem Thema Gewalt und eigenem Gewaltverhalten
  • Erfahren und Erlernen von Selbstwert
  • Steigerung der Selbstwirksamkeit, Selbststeuerung und Übernahme von Verantwortung
  • Erlernen von gewaltfreien Konfliktlösungsmodellen und Transfer in den Alltag  

Die vier Bausteine des Trainings  

I. Gruppentraining

Das Gruppentraining für 6 bis max. 8 Teilnehmerinnen umfasst ein Vorgespräch, 13 Gruppentreffen, eine erlebnispädagogische Aktion, ein Intensivwochenende und ein Nachtreffen. Die Gruppentreffen finden jeweils wöchentlich für 2,5 Stunden statt. Im Gruppentreffen sind jeweils drei Einzelgespräche integriert.  

Trainingsinhalte sind:

  • Erarbeiten gemeinsamer Regeln
  • Eigene Lernziele schriftlich formulieren
  • Übungen zur Selbst- u. Fremdwahrnehmung, Gefühle und Körperwahrnehmung
  • Auseinandersetzung mit Rollenbildern und Geschlechteridentitäten
  • Gewalt und Geschlecht
  • Rollenspiele mit Video
  • Life-Line-Arbeit: biographisches Arbeiten u. a. mit Gewalthintergründen
  • Opferempathie
  • Stressmanagement in Konfliktsituationen
  • Deeskalationstraining mit externen Trainerpersonen
  • Freizeit- oder erlebnispädagogische Aktivität

II. Elternarbeit

Die Elternarbeit ist für die Nachhaltigkeit und den Transfer in den Alltag von elementarer Bedeutung, daher ist sie ein fester Bestandteil des Trainings. Schwerpunkt der Elternarbeit ist die Hilfestellung bei der Bewältigung von alltäglichen Erziehungsfragen, Verbesserung der innerfamiliären Kommunikation sowie die Sensibilisierung der Erziehungsarbeit der Erziehungsberechtigten.  

III. Einzelberatung

Die Einzelarbeit ist fester Bestandteil des Trainings, um die neu zu erlernenden gewaltfreien Konfliktlösungsmodellen mit Hilfe von Übungen, Aufgabenstellungen und Gesprächen zu vertiefen und zu festigen. Bei Bedarf beinhaltet die Einzelarbeit sozialpädagogische Unterstützungen: Job- und Ausbildungssuche, Unterstützung bei Wohnungssuche und Vermittlung an andere Fachdienste.  

IV. Vernetzung

Durch die Einbindung von Kooperationspartnern (Jugendhilfe im Strafverfahren, Polizei, Schulsozialarbeit, Sozialer Dienst, ambulante und stationäre Kinder- und Jugendeinrichtungen) werden frühzeitig gezielte Hilfeleistungen gewährleistet.

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Kontakt:


Renate Matt
Tel. 0761 479999-16
0176 73940133
Renate.Matt(at)nachbarschaftswerk.de

Ort:
Geschäftsstelle Weingarten